Ankommen auf Kreta

Ankommen dauert hier immer etwas länger. Nach den durchgetakteten, hektischen letzten Wochen in der Schweiz empfing uns unser Haus mit völliger Ruhe. Und mit einer Langsamkeit, an die wir uns – einmal mehr – gewöhnen mussten. Am Morgen schnell ein Brot holen? Nicht hier, denn im benachbarten Supermarkt werden auch die Neuigkeiten des Dorfes in allen Details ausgetauscht, es dauert länger. Ohne elektrischen Strom wird die Handwäsche für eine vierköpfige Familie zu einer morgenfüllende Aufgabe. Der Gaskühlschrank kühlte nur halbwegs, und so verbrachte ich Stunden damit, ihn auf den Kopf zu stellen, in Einzelteile zu zerlegen, Kabel zu überprüfen und Ventile zu schütteln. Und weil nach der Dachrenovation der Sonnenkollektor noch nicht wieder angeschlossen ist, muss für jeden Abwasch erst Wasser gekocht werden. Sich für einen Tag viel vorzunehmen, lohnt sich hier also kaum. Und je weniger mich diese Tatsache beunruhigt, desto mehr komme ich an.

Die erste Woche war hochsommerlich heiss, gerade so, als wollte diese Insel uns vor dem Herbst noch einige Strandferientage schenken. Das Meer, einmal stürmisch, einmal spiegelglatt, wusch die Anstrengungen der vergangenen Monate Welle für Welle von mir ab. Und in der Imbrosschlucht, auf dem alten Pfad zwischen hohen Felswänden, fand ich Schritt für Schritt in die Langsamkeit dieses Ortes.

Jetzt hängen die Wolken tief über der Ebene und hüllen die Gipfel der Berge ein. Von Westen zieht Regen herauf. Weisse Meerzwiebelblumen stehen lang und schlank auf Feldern und Hängen. Innert weniger Tage sind die Tamarisken erblüht und aus der sommerdürren Erde spriesst junges Grün.

4 Kommentare zu „Ankommen auf Kreta

  1. Hallo ihr beiden. Hab soeben zum ersten Mal reingehört und reingelesen in euren Blog. Danke für die vielseitigen Einblicke – ich freu mich schon auf mehr;-)
    Lebt euch gut ein und seid lieb gegrüsst! Lea

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  2. Ihr Lieben,
    Mit grosser Freude habe ich eure wunderbar gestalteten Reiseberichte gehört und gelesen. Sie haben viele schöne Erinnerung an unseren Griechenland-Aufenthalt vor 44 Jahren geweckt. Super macht ihr das! Cherete, Helmute

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  3. Hallo Nadja, hallo Daniel
    schön, von euch zu hören, zu lesen und Bilder zu sehen. Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit auf Kreta und bin gespannt auf eure Berichte
    Liebe Grüße
    Ruth

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